Agia Marina auf Sifnos: Ort und Kirche an der Bucht von Kamares

Weiße Fassade der Kirche der heiligen Marina auf Sifnos mit Glockengiebel und einem mit Palmwedeln geschmückten Eingang.
Die Kirche der heiligen Marina in Pera Panta an der Bucht von Kamares auf Sifnos, mit geschmücktem Eingang und griechischen Flaggen.

Agia Marina auf Sifnos liegt dem Hauptort des Hafens gegenüber, auf der anderen Seite der Bucht von Kamares, in jenem Gebiet, das die Sifnioten „Pera Panta“ nennen. Ihren Namen verdankt die Siedlung der gleichnamigen Kirche am Hang des Hügels, einem weißen Gotteshaus, das die Topographie des kleinen Küstenortes mit dem kirchlichen Leben der Gegend verbindet. Zwischen den beiden Seiten der Bucht erstreckt sich der Strand von Kamares.

In den Verwaltungs- und Zensusunterlagen wird Agia Marina als eigenständige Siedlung geführt. Diese Unterscheidung ist von Belang, denn im alltäglichen Sprachgebrauch kann der Name „Kamares“ das gesamte bewohnte Gebiet rund um die Bucht umfassen, während die amtlichen Verzeichnisse die Siedlungen trennen und unterschiedlichen Ortsgemeinschaften zuordnen.

Pera Panta an der Bucht von Kamares

An der Westküste von Sifnos, wo der Hafen der Insel liegt, nimmt Agia Marina die gegenüberliegende Seite der Bucht ein. Die örtliche Bezeichnung „Pera Panta“ bringt genau dieses Verhältnis zu Kamares zum Ausdruck: die andere Seite desselben Küstenabschnitts. Die Kirche, die höher als das Ufer steht, gab dem umliegenden bewohnten Bereich ihren Namen.

Verbunden werden die beiden Bereiche durch den Sandstrand. In der Beschreibung der Gemeinde Sifnos werden außerdem Schilfbestände und Dünen mit Strandlilien erwähnt, Elemente der Küstenlandschaft, die neben der Bebauung fortbestehen. In Agia Marina gibt es Unterkünfte und Gastronomie, unmittelbar auf das Meer bezogen und auf die Rolle von Kamares als Eingangstor zur Insel.

Von den älteren Namen zu Agia Marina

Die amtliche Anerkennung der Siedlung ist für den 16. Mai 1928 verzeichnet, unter dem Namen „Kamaron“ und mit der Eingliederung in die Gemeinde Artemonas auf Sifnos. Es handelt sich um einen Verwaltungsakt, der ihr Vorhandensein in den staatlichen Registern festhält, ohne etwas darüber auszusagen, wann das Gebiet zum ersten Mal besiedelt wurde.

Im Archiv der EETAA erscheinen die aufeinanderfolgenden Einträge „Kamaron“ und „Kamarai“. Die Umbenennung in Agia Marina wurde im griechischen Regierungsanzeiger (FEK) 32A vom 15. Februar 1964 veröffentlicht. Später, mit dem FEK 156A vom 30. Juli 1997, wurde die Siedlung von der Gemeinde Artemonas abgetrennt und der Gemeinde Sifnos angegliedert.

Diese Daten erhellen die Geschichte der Siedlung. Für das Alter der Kirche bedarf es eigener Zeugnisse, etwa einer Stifterinschrift oder eines archivalischen Belegs, denn die amtliche Festschreibung eines Ortsnamens kann weit von der Errichtung des Gotteshauses entfernt liegen, auf das er zurückgeht.

Bevölkerung und Verwaltungszugehörigkeit

Nach den veröffentlichten Ergebnissen der Volkszählung hatte Agia Marina im Jahr 2021 72 ständige Einwohner. Die Siedlung wird in der Ortsgemeinschaft Artemonas der Gemeinde Sifnos geführt, im Regionalbezirk Milos der Region Südliche Ägäis. Kamares erscheint gesondert, in der Ortsgemeinschaft Apollonia, mit 319 Einwohnern.

Die Zahl bezieht sich auf die ständige Bevölkerung. Für die saisonale Anwesenheit von Besuchern oder den sommerlichen Betrieb wären andere Angaben nötig; die Volkszählung bildet daher nur einen bestimmten Ausschnitt des Lebens in der Siedlung ab.

Die Töpferei in der weiteren Landschaft

In Kamares arbeiten Töpferwerkstätten und verbinden so das Hafengebiet mit einem Handwerk, das in der Wirtschafts- und Kulturgeschichte von Sifnos besonderes Gewicht hat. Die belegte Keramiktradition der Insel wurde 2022 in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Griechenlands aufgenommen. Das entsprechende Datenblatt des Kulturministeriums verzeichnet eine ununterbrochene Tätigkeit über mindestens drei Jahrhunderte.

Aus Ton entstanden Gebrauchsgefäße, viele davon zum Kochen bestimmt. Ihre Feuerfestigkeit hing mit der Zusammensetzung des Materials und seiner Verarbeitung zusammen, während die Lage von Sifnos in der Ägäis ihren Vertrieb erleichterte. Das Handwerk gelangte auch über die Insel hinaus, da sich sifniotische Töpfer in anderen Gegenden niederließen.

Im Eintrag von 2022 wird zudem das Nebeneinander traditioneller Techniken und neuerer Produktionsweisen beschrieben. Elektrische Brennöfen haben die holzbefeuerten Öfen weitgehend ersetzt, einige von diesen sind jedoch weiterhin in Gebrauch, vor allem für größere Keramiken.

Die Kirche der heiligen Marina auf der Fotografie

Auf der Fotografie fällt die weiße Fassade ins Auge, deren oberer Umriss in Schwüngen zum mittigen Glockengiebel ansteigt. Eine einzige Bogenöffnung nimmt die Glocke auf, und auf der Spitze steht ein Kreuz. Hinter dem Bau ist ein felsiger Hang mit niedriger Vegetation zu erkennen, während der klare Himmel die Umrisse der gekalkten Fläche deutlich hervortreten lässt.

Der Eingang hat eine hellgrüne Rahmung und ist mit Palmwedeln und Blumen geschmückt. Griechische Flaggen und bunte Wimpelketten vervollständigen den Schmuck. Das Bild erlaubt es, diese äußeren Merkmale zu beschreiben, bietet aber keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Datierung des Baus oder für die Anlage seines Inneren.

Weiter unten im Bild lässt die offene Tür einen kleinen Teil des dunklen Innenraums erkennen. Darüber ist eine Außenleuchte zu sehen und auf der Wandfläche der Verlauf von Kabeln, Einzelheiten der heutigen Nutzung der Kirche.