Agios Georgios bei Pyrgos: ein Dorf in Elis

Agios Georgios bei Pyrgos aus der Drohnenperspektive, Ziegeldächer zwischen Olivenhainen und niedrigen Hügeln.
Luftaufnahme von Agios Georgios in der Gemeinde Pyrgos (Elis); die Häuser verteilen sich zwischen bebauten Hängen.

Agios Georgios ist ein Dorf in Elis im westlichen Peloponnes und Sitz der gleichnamigen Ortsgemeinschaft der Gemeinde Pyrgos. Es gehört zum Gemeindebezirk Pyrgos in der Region Westgriechenland. Bei der Volkszählung 2021 hatte die Ortsgemeinschaft 668 ständige Einwohner und zählt damit zu den kleinen Siedlungen im Umland der Hauptstadt von Elis.

Aus der Luft zeigt sich eine lockere Bebauung: Die Häuser liegen verstreut zwischen Feldern, Gärten und Baumbestand. Ziegeldächer prägen einen großen Teil des Ortes, und die Straßen folgen den Höhenunterschieden des Geländes. Hinter den Häusern setzen sich niedrige, bepflanzte Hänge fort, an vielen Stellen mit Olivenbäumen.

Lage und Gestalt der Siedlung

Als ländlich und als Flachland stufte die statistische Klassifikation der Volkszählung von 2001 den Gemeindebezirk Agios Georgios ein; dieselbe Tabelle verzeichnete eine Höhe von 60 Metern. Die Einordnung als „Flachland“ bezieht sich auf die statistische Zuordnung des Gebiets und verträgt sich durchaus mit den niedrigen Erhebungen der Landschaft, wie man sie rings um den Ort sieht.

Auf der Drohnenaufnahme lässt sich verfolgen, wie Wohnbebauung und offenes Land ineinandergreifen. Zwischen den Gebäuden bleiben unbebaute Grundstücke, Höfe und kleinere bewirtschaftete Flächen frei. Mancherorts rücken die Häuser enger zusammen, anderswo stehen sie weit auseinander, und das Grün reicht bis an die Straßenränder.

Es handelt sich um eine Siedlungsstruktur, in der die Agrarlandschaft selbst innerhalb des Dorfes sichtbar bleibt. Das Bild hält dieses räumliche Nebeneinander fest, genügt allerdings nicht, um Schlüsse auf die Berufe oder die heutigen Einkommensquellen der Bewohner zu ziehen.

Von der Landgemeinde zur Gemeinde Pyrgos

Im Verwaltungsarchiv der EETAA, der griechischen Agentur für Lokalentwicklung und Kommunalverwaltung, erscheint die Landgemeinde Agios Georgios zunächst als Teil der Präfektur Achaia und Elis. Durch die im Regierungsanzeiger (FEK 115, Reihe A) vom 16. April 1930 veröffentlichte Verwaltungsänderung kam sie zur Präfektur Elis. Der Eintrag betrifft die Neuzuordnung einer bereits bestehenden Gemeinde.

Mehrere Jahrzehnte später folgte die Gebietsreform der Kommunalverwaltung von 1997. Mit dem FEK 244, Reihe A, vom 4. Dezember wurde die eigenständige Landgemeinde aufgelöst und der Ort der Gemeinde Pyrgos angegliedert. In den späteren Volkszählungen erscheint Agios Georgios innerhalb des Gemeindebezirks Pyrgos und behält seinen Namen als eigene Ortsgemeinschaft.

Diese Verwaltungsakte liefern feste zeitliche Anhaltspunkte für den Weg des Dorfes innerhalb des griechischen Staates. Für die Datierung der ersten Ansiedlung bedarf es dagegen anderer Zeugnisse – älterer Zählungen oder Urkunden, die sich eindeutig auf eben diesen Ort beziehen.

Die Bevölkerung in den jüngsten Volkszählungen

2011 betrug die ständige Bevölkerung der Ortsgemeinschaft (Topiki Koinotita) Agios Georgios 707 Einwohner. Die Veröffentlichung der griechischen Statistikbehörde ELSTAT nannte dieselbe Zahl auch für die gleichnamige Siedlung. Bei der Volkszählung 2021 wurden für die Gemeindegemeinschaft (Dimotiki Koinotita) Agios Georgios 668 ständige Einwohner erfasst.

Zensusjahr Ständige Bevölkerung der Ortsgemeinschaft
2011 707
2021 668

Der Unterschied beträgt 39 Einwohner, also einen Rückgang um etwa 5,5 % innerhalb des Jahrzehnts. Aus den Gesamtzahlen geht nicht hervor, wie sich diese Veränderung auf die natürliche Bevölkerungsbewegung und auf Zu- und Fortzüge verteilt.

Vorsicht ist zudem geboten, wenn ältere Zensustabellen verglichen werden. Die ständige Bevölkerung bezieht sich auf den gewöhnlichen Aufenthaltsort, die faktische oder De-facto-Bevölkerung dagegen auf alle, die sich am Stichtag an einem Ort aufhielten. Diese Unterscheidung beeinflusst die Vergleichbarkeit der Zahlen, gerade bei kleinen Gemeinden.

Eine volkskundliche Aufzeichnung von 1967

Zur Kulturgeschichte von Agios Georgios gibt es ein bestimmtes universitäres Zeugnis. Im Repositorium der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen ist eine volkskundliche Sammlung von Anastasia Alexandropoulou verzeichnet, datiert 1967 und dem Dorf gewidmet. Die Katalogisierung nennt als Quelle die Feldforschung und ordnet die Handschrift den Sitten und Bräuchen sowie der Volksüberlieferung zu.

Eine solche Sammlung eröffnet die Möglichkeit, das örtliche Leben jenseits von Verwaltungsakten und Zensuszahlen zu untersuchen. Wer bestimmte Bräuche beschreiben will, muss allerdings die betreffenden handschriftlichen Seiten lesen und dabei den Zeitpunkt der Aufzeichnung und die damals gesammelten Aussagen im Blick behalten. Zugänglich ist das Dokument über Pergamos und das Nationale Dokumentationszentrum (EKT), in 43 digitalen Bilddateien.