Antonio Abondio: Medaillon von Maximilian II.

[Bildunterschrift id=“attachment_35985″ align=“aligncenter“ width=“1095″]Medaillon Des Maximilian Ii. Aus Wachs Auf Obsidian, Kunst Von Antonio Abondio Das Porträtmedaillon Maximilians II., ein Kunstwerk von Antonio Abondio in Wachs und Obsidian, mit Lorbeerkranz auf dem Haupt des Kaisers.[/Bildunterschrift]

Ein Wachs-Reliefporträt des Habsburger Kaisers Maximilian II., um 1575 vom italienischen Medailleur Antonio Abondio geschaffen, befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien; es ist auf eine Obsidianscheibe gearbeitet und mit einer Fassung aus Silber und Perlen versehen. Der Künstler, 1538 in Riva del Garda geboren und 1591 in Wien gestorben, war ein Wegbereiter der farbigen Wachsporträtkunst am Hof der Habsburger, wo er Maximilian II. und später dessen Nachfolger Rudolf II. diente.

Das kleine Objekt, vermutlich in Innsbruck gefertigt, verdichtet den Anspruch der höfischen Kunst, die Züge eines Herrschers mit der Genauigkeit eines Malers und dem Material des Bildhauers festzuhalten. Der Kaiser ist in strenger Profilansicht dargestellt, wie es die Tradition antiker Münzprägung verlangte, mit Lorbeerkranz auf dem Kopf und dem Marschallstab in der rechten Hand.

Die Kunst hinter dem Maximilian-Medaillon

Vor dem schwarzen Grund des Obsidians gewinnt das Wachs eine dem Ölgemälde vergleichbare Plastizität und gibt mit nahezu malerischer Feinheit jede Nuance des Gesichts wieder, vom spärlichen Bart bis zu den Falten um die Augen. Der Brustpanzer, mit goldenen Arabesken graviert, erinnert an die Rüstung römischer Feldherren, während sich um den Hals ein hoher, gefältelter Kragen und eine goldene Kette legen, Zeichen des Ranges.

An der Schulter steht ein voluminöser grüner Ärmel mit goldenen Streifen im Kontrast zu dem frei herabfallenden blauen Stoff, während ein roter Gürtel den Oberkörper schräg durchzieht, als Hinweis auf militärische Ehre; die linke Hand, halb verborgen, ruht tief auf dem Brustpanzer. Auf der Rückseite des Medaillons ist die Inschrift VICTORIA DACICA eingraviert, ein Echo der gegen die Osmanen gerichteten militärischen Ambitionen des Hofes.

Als Erbe der römischen Münzporträtkunst gelangte diese Technik in Abondios Händen zu einer Kunst der kleinen Form von hoher Raffinesse, tragbar und kostbar, geschaffen, um zwischen Herrschern getragen oder verschenkt zu werden.