Theophanes Strelitzas Bathas: Der heilige Jakobus der Perser

Ganzfiguriger heiliger Jakobus der Perser mit Kreuz, Kuppelhaube und rotbraunem Mantel, Wandmalerei des Theophanes.
Theophanes Strelitzas Bathas, Der heilige Jakobus der Perser, 1527. Katholikon des Klosters des heiligen Nikolaus Anapafsas, Meteora.

Unter den stehenden Heiligen in der unteren Zone des Katholikons des Klosters des heiligen Nikolaus Anapafsas in den Meteora fällt der heilige Jakobus der Perser durch seine ungewöhnliche Kleidung ins Auge: eine kuppelförmige Kopfbedeckung mit hochgeschlagener roter Krempe, kostbare, übereinanderliegende Stoffe und lange, herabhängende Ärmel, aus denen die Arme in engeren ockerfarbenen Gewändern hervortreten. Gemalt hat das Bild der kretische Mönch Theophanes Strelitzas, auch Bathas oder Theophanes der Kreter genannt, im Rahmen der Ausmalung der Kirche, die im Oktober 1527 vollendet wurde. Unter dem Bogen, der die Gestalt rahmt, steht der Heilige in strenger Frontalität und hält das Kreuz dicht neben seinem Gesicht.

Eine beengte Kirche und eine frühe Signatur

Die Gestalt der Klosteranlage bestimmte das schmale Felsplateau, das die Bauten zwang, in übereinanderliegenden Geschossen emporzuwachsen. Zu ihnen gehört das kleine Katholikon mit unregelmäßigem Grundriss und gedrängter Kreuzkuppelanlage; im Westen schließt die holzgedeckte Liti, die Vorhalle, an. Auf die Flächen dieses engen Raumes verteilt Theophanes zahlreiche Darstellungen und überlässt den ganzfigurigen Heiligen die untere Wandzone, nahe beim Gläubigen.

Die Stifterinschrift bewahrt seine Signatur: „χείρ Θεοφάνη μοναχοῦ τοῦ ἐν τῇ Κρήτη Στρελίτζας“ („Hand des Mönchs Theophanes Strelitzas aus Kreta“). Nach dem Eintrag im Pandektis ist diese fehlerhaft geschriebene Inschrift von 1527 die früheste bekannte Erwähnung des Malers. In der Megisti Lavra auf dem Athos lautet die Formel 1535 knapper, „διά χειρός κυρού Θεοφάνη μοναχού“ („durch die Hand des Herrn Theophanes, des Mönchs“), und derselbe Eintrag deutet das Fehlen von Familienname und Herkunft als Zeichen des Ansehens, das er inzwischen erworben hatte. Der Unterschied lässt diese Vermutung zu, ohne für sich allein die Umstände offenzulegen, unter denen die beiden Inschriften entstanden.

Wahrscheinlich in den letzten fünfzehn Jahren des 15. Jahrhunderts in Heraklion geboren, war Theophanes bereits Mönch, als er im Anapafsas-Kloster arbeitete. Er starb in derselben Stadt im Februar 1559. Die Ausmalung in den Meteora bleibt sein ältestes bekanntes signiertes und datiertes monumentales Ensemble.

In der Dokumentation der UNESCO gelten die Wandmalereien von 1527 als zentraler Bezugspunkt für die ikonographischen und stilistischen Merkmale der postbyzantinischen Malerei, deren Einfluss sich weit verbreitete und lange anhielt. Ihre Bedeutung betrifft somit auch den Weg der kirchlichen Malerei über das Kloster selbst hinaus.

Haltung, Kreuz und Mantel unter dem Bogen

Auf dem tiefblauen, fast schwarzen Grund hebt sich der ockerfarbene Nimbus ab, umrandet von einem roten und einem weißen Band. Weiter unten wird der Hintergrund gräulich und endet in einer dunkelroten Zone, auf der die Schuhe stehen. Die Füße leicht gespreizt, die Spitzen in verschiedene Richtungen gewandt, wahrt der Heilige die Frontalität des Oberkörpers, während die ungleichmäßige Verteilung der Falten der Haltung eine gewisse Freiheit verleiht.

In der rechten Hand, für den Betrachter links, hält er fast senkrecht ein schlankes, helles Kreuz. Die Finger umschließen den langen Schaft, der neben dem Kopf aufsteigt. Die linke Hand senkt sich vor die Taille und fasst den verzierten Saum des Mantels, sodass sich der Stoff in kleinen Falten sammelt.

Ihr Volumen gewinnt die schlanke Gestalt vor allem durch die Kleidung. Im Gesicht bringen das lange braune Haar und der Bart, der sich deutlich in zwei gewellte Spitzen teilt, eine andere, feinere Bewegung in die ruhigen Züge. Der Blick bleibt auf den Betrachter gerichtet.

Die Tracht eines orientalischen Würdenträgers

Am Hals erkennt man einen grünlichen Teil eines Untergewandes mit ockerfarbenem Band. Darüber entfaltet sich das dunkelblaue Gewand, dessen Falten kräftige grauweiße Linien nachzeichnen: Eng und nahezu waagerecht um den Rumpf, werden sie weiter unten länger, wo der Stoff zu den Schuhen hinabfällt. Ein rechteckiger ockerfarbener Zierbesatz sitzt vor dem Bauch, während auf der rechten Schulter des Heiligen ein breiteres Band mit dunklen Rankenmustern zu sehen ist.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ärmel. Die engen, ockerfarbenen Unterärmel bedecken die Unterarme und tragen feine Querlinien, während die äußeren, sehr viel längeren Ärmel mit offenen Mündungen und verzierten Enden seitlich herabhängen. Ihre Innenseite ist hell wiedergegeben. Um die Taille ist ein gebrochen weißes Tuch mit roten und dunklen Streifen geschlungen, vorne geknotet, ein Ende fällt schräg herab; seine Lage erlaubt es, darin eine Stoffschärpe zu erkennen.

Der rotbraune Mantel bedeckt die linke Schulter und legt sich um den Unterkörper, wobei stellenweise sein leuchtend rotes Futter sichtbar wird. Gruppen weißer Tupfen bilden kleine blütenartige Muster auf dem Stoff. Den Säumen folgen Reihen größerer weißer Punkte, gleich einem Perlenbesatz, die sich schräg auf der Brust kreuzen und bis zu den unteren Falten fortsetzen. Am Saum des blauen Gewandes ist die breite ockerfarbene Borte mit schwarzen, sich windenden Ranken gefüllt.

Selbst inmitten dieser prachtvollen Kleidung sticht die Kopfbedeckung hervor. Ihre graublaue Kuppel, von dunklen senkrechten Linien gegliedert, trägt an der Spitze einen ockerfarbenen Blütenaufsatz. Die breite rote Krempe biegt sich seitlich zu spitzen, hell getupften Enden auf, und über der Stirn ragt ein zweiter, aufrechter Schmuck empor, blattförmig und ockerfarben.

Als orientalischer Adliger erscheint Jakobus durch diese Tracht, mit dem Vorbehalt freilich, dass es sich um eine malerische Wiedergabe seiner Herkunft und seines Standes innerhalb der postbyzantinischen Bildtradition handelt. Als unmittelbares Zeugnis für die tatsächliche Kleidung eines persischen Höflings des 5. Jahrhunderts lässt sich das Gewand nicht verwenden.

Nach der Überlieferung des Synaxarions bekleidete Jakobus ein hohes Amt am Hof Yazdegerds I., der von 399 bis 420 regierte, und seines Nachfolgers Bahram V. Von der königlichen Gunst verleitet, opferte er den Götzen, bis ihn ein Brief seiner Mutter und seiner Gattin zur Umkehr bewog. Es folgten das öffentliche Bekenntnis seines Glaubens und das Martyrium durch fortgesetzte Verstümmelungen, das mit der Enthauptung endete. Die Kirche gedenkt seiner am 27. November.

In der Wandmalerei des Anapafsas-Klosters kennzeichnet das Kreuz den Märtyrer. Der Körper ist unversehrt dargestellt, und die prunkvolle Kleidung bleibt bestimmend, sodass der Betrachter die Stellung bei Hofe mit dem späteren Bekenntnis verbinden kann. Diese Verbindung ist eine deutende Lesart des Bildes.

Zum kretischen Hintergrund des Malers bietet die Studie von Tsigaridas eine Parallele: Darin wird eine Ikone der Koimesis der Gottesgebärerin, die aus Kalambaka stammt und im Kloster Varlaam aufbewahrt wird, Theophanes zugeschrieben und in das Jahr 1527 datiert. Die Zuschreibung stützt sich auf die ikonographische Verwandtschaft mit der Koimesis im Anapafsas-Kloster und auf stilistische Merkmale, die an Andreas Ritzos erinnern. Sie betrifft ein anderes Werk und ein anderes Thema, erhellt aber das Verhältnis zwischen der Monumentalmalerei des Theophanes und der Tradition der kretischen Tafelikonen.

Das Antlitz und die Inschrift des Namens

Gesicht des heiligen Jakobus des Persers mit gegabeltem Bart, braunen Locken und Kuppelhaube mit roter Krempe.
Antlitz und prunkvolle Kopfbedeckung des heiligen Jakobus des Persers. Theophanes Strelitzas Bathas, 1527, Kloster des heiligen Nikolaus Anapafsas.

In der fotografischen Detailaufnahme lässt sich die Modellierung des Gesichts deutlicher ablesen. Der braune Proplasmos, also die dunklere Grundschicht des Inkarnats, bleibt um die Augen und entlang der Wangen sichtbar, während darüber hellere Ockertöne liegen. Feine weiße Pinselstriche sammeln sich unter den Augen und an den Seiten der Nase. Die geschwungenen Brauen heben sich zur Stirnmitte hin, über großen mandelförmigen Augen mit rotbraunen Iriden.

Die lange, schmale Nase reicht fast bis an den dünnen Schnurrbart, der die roten Lippen rahmt. Im Bart folgen gewellte Linien dem Wuchs der Haare und teilen sich unten in zwei klare Spitzen. Ebenso gearbeitet sind die Locken, die zu beiden Seiten des Halses knapp oberhalb der Schultern herabfallen.

Auf dem dunklen Grund, außerhalb des Nimbus, nennen weiße Buchstaben die Identität. Links für den Betrachter steht in senkrechter Anordnung „Ο ΑΓ(ΙΟΣ) ΙΑΚΩΒΟΣ“. Rechts liest man „Ο ΠΕΡCΙC“, mit Lunarsigmen und einem Iota an der Stelle des Eta im Wort „Πέρσης“.

Wiedergabe im Neugriechischen

Beide Teile der Inschrift ergeben zusammen „Ο Άγιος Ιάκωβος ο Πέρσης“, also „Der heilige Jakobus der Perser“.

Auf den Fotografien sind zahlreiche Schäden zu erkennen, wenngleich die Gestalt gut lesbar bleibt. Ein Netz feiner Risse überzieht Kopfbedeckung und Nimbus und verzweigt sich bis ins Gesicht. Größere Verluste der Malschicht zeigen sich an der linken Schulter des Heiligen und um die Taille, während weiter unten eine ausgeprägte, nahezu senkrechte Fehlstelle das Gewand durchzieht und bis zum Schuh reicht. Die Aufnahme erlaubt es, diese Veränderungen zu beschreiben; über ihr genaues Ausmaß und ihre Art könnte nur eine restauratorische Untersuchung Aufschluss geben.

Erhalten sind gleichwohl die feinen Abstufungen um die Augen, die Linien des Bartes und große Teile des textilen Dekors. Dort, wo die linke Hand den Mantel fasst, folgen die weißen Punkte des Saumes noch immer den kleinen Falten zwischen den Fingern.

Quellen und Literatur

  • Orthodox Church in America. Greatmartyr James the Persian. Lives of All Saints Commemorated on November 27.
  • UNESCO World Heritage Centre. Meteora. World Heritage List, Nr. 455.
  • Institut für Neogräzistische Forschungen (Nationale Hellenische Forschungsstiftung). Στρελίτζας-Μπαθάς Θεοφάνης [Strelitzas-Bathas, Theophanes]. Έλληνες ζωγράφοι μετά την Άλωση (1450-1830) [Griechische Maler nach dem Fall Konstantinopels (1450-1830)], Pandektis, Nationales Dokumentationszentrum.
  • Tsigaridas, E. N. (2011). An unknown work by Theophanis the Cretan at Meteora. Δελτίον της Χριστιανικής Αρχαιολογικής Εταιρείας 22, 357-364.